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Allgemeines
Der vom
Golfspieler benutzte Ball muss den Spezifikationen des Regelwerkes in Anhang III
über Höchstgewicht, Mindestgröße,
Symmetrie der Kugelform, Anfangsgeschwindigkeit und Flugweite unter
festgesetzten Testbedingungen entsprechen.
Damit der Ball diesen Anforderungen genüge tut, darf er nicht kleiner als
42,67 Millimeter und nicht schwerer als 45,93 Gramm sein.
Dimple
In den frühen
Tagen des Golfspiels waren Golfbälle glatt. Bald jedoch bemerkten die Spieler
dass ihre Bälle weiter fliegen, je älter und zerschundener sie wurden.
Nach einer Weile brachten die Spieler den neuen Bällen die äußeren Merkmale
bei, die eigentlich erst der regelmäßige Spielgebrauch hervorbrachte.
Schließlich reagierten auch die Hersteller und statteten die Oberfläche ihrer
Bälle mit mehr oder weniger regelmäßigen Vertiefungen aus.
Die Dimple auf Golfbällen waren geboren.
Einige Hersteller behaupten, dass die Form und Ausprägung der Dimple von
entscheidender Bedeutung für den Ballflug sind. Es wird sogar behauptet, dass
polygonale Dimple besser seinen als Runde.
In jedem Fall, haben sich die Dimple etabliert, und seit dem man mit modernem
Gerät nachweisen kann, dass ein Golfball mit Dimple mehr als viermal weiter
fliegt als ein Ball ohne, werden sie auch nicht mehr abgeschafft.
Die Dimple auf den Golfbällen verursachen zusätzliche Turbulenzen.
Im allgemeinen jedoch, sind Turbulenzen für Körper
die sich in widerstandsfähiger Umgebung bewegen etwas Negatives.
Zum Beispiel beim Schwimmen: Ein Schwimmer versucht sich im Wasser mit so
wenig Turbulenzen wie möglich zu umgeben, um mit dem geringst möglichem
Widerstand durch das Wasser zu gleiten.
Kontrollierte Turbulenzen am richtigen Ort jedoch, können den Drag
reduzieren.
Die fließende Luftschicht um den bewegten Ball wird Grenzschicht (Boundary Layer) genannt.
Für schnelle Bewegungen ist es von Vorteil wenn die Grenzschicht so lange wie
möglich mit der Oberfläche des Balles verbunden ist. Bei einem glatten Ball,
ohne Dimple, trennt sich die Grenzschicht üblicherweise nach der halben
Kontaktstrecke.
Wahre Stromlinienform wie z.B. der Flügel einer 747 würde die Grenzschicht um einiges länger am
Ball belassen, jedoch würde wohl ein derart geformter Ball keine rechte Freude beim Putten ergeben.
Aber auch so erreichen, die Dimple ziemlich denselben Zweck und halten die
Grenzschicht fast den gesamten Weg rund um den Ball an dessen Oberfläche.
Die Turbulenzen, wenn vorhanden, sorgen, soweit die Theorie, für eine
Verbindung mit der äußeren Luftströmung und ermöglichen der Grenzschicht eine
weitergehende Beschleunigung von der Umgebungsluft anzunehmen. Dies lässt sie
länger am Ball verbleiben, macht die Bugwelle
insgesamt enger und der Druckunterschied zwischen Vorder- und Hinterseite
wird geringer als bei einem glatten Ball.
Die Bedeutung der Dimple geht so weit, dass sich die Designer unserer Zeit in
eigenen Abteilungen und unter Inanspruchnahme modernster Computerprogramme
intensiv mit unterschiedlichsten Dimpleformen und Anordnungen beschäftigen.
Für manche Fachleute steht hierbei die Entwicklung eines Dimplemusters mit so
wenig wie mögliche Oberfläche der Dimplestege im Vordergrund.
Andere arbeiten an der Wechselwirkung zwischen glatten Oberflächenbereichen
und Bereichen mit Dimple.
So haben zum Beispiel die kalifornischen Wissenschaftler Holmstrom und Nepela
einen Ball entwickelt, der nur ungefähr die Hälfte der sonst üblichen Dimple
aufweist, welche entlang des Äquators
angeordnet sind. Dieser Ball fliegt nicht so weit wie ein üblicher Ball,
jedoch verringert sich die seitliche Abdrift bei Hook und Slice um gewaltige
80 %.

Flugeigenschaften
Nahezu jeder Hersteller bietet Golfbälle mit besonders hoher oder
niedriger Flugbahn an.
Verursacht wird diese veränderte Flugbahn (auch trajectory genannt) vorwiegend
durch die Art und Anordnung der Dimple.
Große Dimple mit geringer Tiefe, lassen die Umgebungsluft schnell passieren,
was den Drag signifikant reduziert, den Auftrieb jedoch unverhältnismäßig
erhöht.
Das Resultat ist in der Regel eine höhere Flugbahn mit entsprechend mehr
Carrydistanz und weniger Rollweg. Nachteilig
erweist sich diese Flugbahn eigentlich nur bei Wind, da der höher fliegende
Ball schwieriger zu kontrollieren ist.
Golfer, die auf Grund niedriger Schlägerkopfgeschwindigkeiten auf einen
langen Rollweg angewiesen sind insbesondere auf trockenem und harten Boden
kann eine ausgeprägte Rollphase die Schlagweiten erheblich verlängern, tun
gut daran auf Bälle mit einer high trajectory zu verzichten.
Bei Bällen mit kleinen aber tiefen Dimple fängt sich die abfließende
Umgebungsluft in den Dimple sehr viel deutlicher.
Der Drag wird zwar hierbei nicht so stark reduziert wie bei den großen Dimple,
jedoch neigt diese Dimpleform dazu den Auftrieb zu reduzieren.
Das zu erwartende Ergebnis ist eine niedrigere Flugbahn mit einem für
gewöhnlich kürzeren Carry.
Die low-trajectory Bälle werden gerne von besseren Amateuren und Pros
gespielt, da diese die nötigen Weiten ohnehin erzielen und ihre Bälle auch
bei geringer Flughöhe auf dem Grün zum beißen bringen.
Kompression
Die Kompression ist wahrscheinlich der am meisten missverstandene
Messwert im Golfballdesign. Viele Golfer haben keine oder nur falsche
Vorstellungen davon was Kompression ist und was sie bedeutet.
In den frühen Tagen des Golfspiels wurde der Ausdruck Kompression
ursprünglich als Messwert für die Qualität eines Balles verwendet. Er
bestimmte die Festigkeit, mit der bei 3-Piece-Bällen die Wickelung um den
Kern gewickelt wurde. Je fester die Wickelung, desto bessere
Spieleigenschaften wies der Ball auf. Es entstand die allgemeine Auffassung, dass die Spielbarkeit und die Länge eines Balles deutlich von der
Kompression abhängen.
Mit der Zeit entwickelte die Golfballindustrie immer modernere und
hitzebeständigere Materialien sowie ausgeklügelte Wickelmaschinen für die
3-Piece-Bälle. Die Kompression des Golfballes wurde damit mehr und mehr eine
Sache des Gefühls. Zuletzt führte die quasi gleich bleibend gute Qualität der
2-Piece-Bälle dazu, dass die Kompression als Qualitätsmerkmal für Golfbälle
ausgesorgt hatte.
Heute steht das Wort Kompression
in der Golfindustrie stets im Zusammenhang mit einer Zahl zwischen 0 und 200.
Diese Zahl definiert die Verformung die ein Golfball erfährt, wenn auf ihn
ein komprimierender Druck ausgeübt wird. Kompression spiegelt einfach nur
wider, wie stark sich die Form eines Balles unter einem konstanten Gewicht
verändert.
Da Golfbälle in Massenproduktion gefertigt werden, werden alle 3-Piece und
diverse 2-Piece-Bälle nach Kompression vermessen und entsprechend eingestuft.
Hierfür werden die Bälle mit einem Standardgewicht belastet. Ein Ball, der
sich nicht verformt, wird mit der Kompression 200 eingestuft, ein Ball, der
sich 2/10 eines Inch oder mehr verformt, wird mit der Kompression 0
eingestuft. Zwischen diesen beiden Extremen steigt oder fällt die Kompression
mit jedem 1/1000
Inch Verformung.
Die meisten Bälle haben eine Kompression von 80, 90 oder 100. Je niedriger der Wert, desto weicher das
Gefühl. Nicht jeder Ball hat auch wirklich exakt die Kompression, die auf dem
Ball vermerkt ist. Der Unterschied kann im Einzelfall durchaus 3 bis 5 Punkte
in die eine oder anderen Richtung ausmachen. Bälle, die darüber hinaus
reichen werden üblicherweise als Rangeball oder X-OUT Ball verkauft.
Verschiedene unabhängige Tests haben bestätigt, dass die Kompression heute
mehr in Zusammenhang mit dem Gefühl und den persönlichen Empfindungen des
Spielers steht, als mit den tatsächlichen messbaren Spieleigenschaften. So
liegen die Längenunterschiede, getestet mit dem Abschlagroboter Iron Man, bei den unterschiedlichen
Kompressionen bei weniger als zwei Meter.
Lagerung und Haltbarkeit
Am besten lagert man Golfbälle, an einem kühlen, trockenen und dunklen
Ort. Raumtemperatur ist durchaus in Ordnung, noch besser jedoch ist eine
Temperatur um die 10°C. Lassen Sie Ihre Golfbälle im Sommer nicht im
Kofferraum, dort können Temperaturen von weit über 60°C entstehen. Genug
Hitze um den Ball zu verformen.
Wenn er vernünftig gelagert wird, hält ein Balataball mindestens zwei bis
drei Jahre, 2-Piece-Bälle sogar bis zu fünf Jahre.
Dennoch, selbst wenn Golfbälle optimal gelagert werden, verändern Sie sich im
Laufe der Zeit. Während der gewickelte Ball mit zunehmender Dauer an
Kompression verliert, wird der Kern des 2-Piece-Balles mit dem Alter härter,
was die Kompression erhöht. Tatsächlich kann dies beim 2-Piece-Balle soweit
gehen, dass der Kern bricht.
Eine leichte Kerbe oder ein oberflächlicher Schnitt, beeinflusst die
Spieleigenschaften eines Balles nicht nennenswert. Anders, wenn der Schnitt
in die Tiefe geht oder wenn die Kerbe gar einen ausgemachten Smile darstellt, dann wird der
Ballflug dramatisch beeinflusst. Der Ball fliegt kürzer und erreicht nicht
mehr seine sonst üblichen Flughöhen, taucht vorzeitig ab und kann sogar
unvermittelte Richtungsänderungen aufzeigen. Nicht umsonst gestattet uns
Regel 5-3 in einem solchen Fall den beschädigten Ball gegen einen Neuen
auszutauschen.
Heiße Temperaturen können die Kompression der 3-Piece-Bälle absenken.
Verwenden Sie in solchen Situationen eine höhere Kompression um die Differenz
zu kompensieren. Auch der 2-Piece-Ball fühlt sich bei Hitze vielleicht ein
wenig weicher an, jedoch behaupten einige Hersteller dies brächte ein bis
zwei Meter mehr Länge.
Mit sinkenden Temperaturen, sinkt auch während dem Treffmoment die
Beschleunigung des Balles weg vom Schlägerblatt. Bei einem 3-Piece-Ball ist
dieser Beschleunigungsverlust fast zweimal so groß wie bei einem
2-Piece-Ball. Da sich auch die Balata-Schale bei Kälte härter anfühlt,
sollten Sie bei Temperaturen zwischen 4° und 10°C dem 2-Piece-Ball den Vorzug
gegenüber dem 3-Piece-Ball geben.
Einige Hersteller behaupten, dass auch Wasser die Eigenschaften des Balles
negativ beeinflusst. So soll der 2-Piece-Ball nach einer Woche im Wasser
ganze fünf Meter Drivedistanz verlieren. Der 3-Piece-Ball sogar noch mehr.
Multi-Layer Technologie
Die Multi-Layer Technologie steht noch am Anfang, darf aber wohl schon
jetzt zu recht als Krönung der Golfballentwicklung bezeichnet werden. Derzeit
gibt es aber noch keine günstigen Bälle mit dieser Technologie.
2-Piece und 3-Piece Golfbälle
Der 2-Piece-Ball
1968 kam der 2-piece Ball in den Handel und hat seit dem, gerade unter
den Clubgolfern einen wahren Siegeszug angetreten.
2-piece Bälle sind zumeist besonders haltbare, nicht sehr hochpreisige
Distanz-Bälle.
Ein härterer Ball, der im Treffmoment weniger am Schlägerblatt komprimiert
wird, wie dies bei den meisten 2-Piece-Bällen der Fall ist, rutsch am
Schlägerblatt deutlich mehr hinauf, was einen höheren Abflugwinkel
verursacht.
Dadurch wird der Ball weniger verformt und es entsteht weniger Energie durch
die Rückverformung, was eine niedrigere Rotationsrate verursacht.
Als Resultat wird die Flugbahn niedriger, weniger Carry und mehr Ausrollweg
sind die Folge.
Typischer Weise hat ein 2-Piece-Ball weniger Seitenabweichung als ein
gewickelter Ball.
Der 3-Piece-Ball
Ein Ball, der auf der Schlagfläche mehr komprimiert wird, wie dies bei
den meisten gewickelten Bällen der Fall ist, wird weniger stark an der
Schlagfläche hinauf rutschen.
Durch die größere Verformung des Balles fällt die Rückverformung dynamischer
aus und der Ball löst sich mit einem niedrigeren Abflugwinkel und einer
höheren Rotationsrate.
Es entsteht mehr Auftrieb und damit eine höhere Flugbahn. Ein gewickelter
Ball neigt eher dazu zur Seite abzudrehen als ein 2-Piece-Ball.
In der Gunst der Clubgolfer wurde der 3-piece Ball schon vor vielen Jahren
vom 2-piece Ball verdrängt. Im Jahr 2000 war dies dann auch bei den Pros so
weit, als sich die soliden Multi-Layer Bälle mehr und mehr durchsetzten.
Titanium
Da Titanium in keinem Teil der Golfausrüstung fehlen darf, muss es
natürlich auch im Golfball sein. Vorwiegend wird es dem Kern beigemengt.
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